Hanf in der Industrie

Die von den Chinesen "Ma" genannte Pflanze, welche bei uns als Hanf oder Cannabis bekannt ist, war schon vor tausenden von Jahren ein wichtiger Lieferant für widerstandsfähige Fasern, die aus den Stängeln der Pflanze gewonnen werden. Auch die Samen des Hanfes wurden als wohlschmeckendes, nahrhaftes Nahrungsmittel verwendet.
Hanf verbreitete sich auf der ganzen Welt und wurde so zu einem bedeutendem Rohstoff zur Herstellung von Kleidung, Papier und Öl.
Viele bekannte Schriftstücke, wie zum Beispiel die Unabhängigkeitserklärung (Declaration Of Independence), wurden auf Hanfpapier geschrieben.
Und auch die erste Jeans wurde im 19. Jahrhundert von Levi Strauss aus Hanffasern hergestellt.
Die Hanffasern waren für die Schiffahrt unentbehrlich, da aus ihnen Seile, Segeltücher, Netze, Flaggen und sogar die Uniformen der Seeleute hergestellt wurden.
Im Laufe der Industrialisierung wurde Hanf jedoch immer bedeutungsloser, da er langsam von Baumwolle abgelöst und wurde. Als im 20. Jahrhundert dann synthetische Fasern erfunden wurden, fand die Hanffaser kaum mehr Verwendung in der Industrie. Auch das Hanfpapier wurde durch die Papierherstellung aus Holz abgelöst.
Als dann in weiten Teilen der Erde die Marihuana Prohibition eingeleitet wurde, wurde auch der Anbau von Cannabis verboten. Dabei war es egal ob es Drogenhanf oder Nutzhanf war.
Ende der 90er Jahre wurde jedoch der Anbau von Nutzhanf in vielen Ländern wieder erlaubt.
Auch in Deutschland ist heutzutage der Anbau von Nutzhanf unter bestimmten Vorgaben wieder erlaubt. Nutzhanf darf in Deutschland einen maximalen Wirkstoffgehalt von 0.3% THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten.
Mittlerweile steigt auch der Hanfmarkt wieder an. So kann man heutzutage zum Beispiel Klamotten aus Hanf oder Hanföl kaufen, welches aus den Hanfsamen gepresst wird und somit kein THC enthält.
Ein sehr wichtiger Bestandteil der heutigen Hanfindustrie ist auch die Wärme Dämmung. Aus dem Nutzhanf wird heutzutage ökologisches Dämmmaterial für Häuser hergestellt.